Methode:
Selektiver Nachweis der Melanin-Fluoreszenz (spektral aufgelöst) von Hautgewebe. Stufenweise Zweiphotonen-Anregung mit ns-Impulsen bei 810 nm
Örtliche Auflösung: 50 µm
Mit einem Fluoreszenz-Imaging Verfahren wird auf der zu untersuchenden Hautprobe das verdächtige Areal ermittelt und dieses nachfolgend im Scanbetrieb untersucht.
Untersuchungsobjekte:
Pigmentmale/Leberflecken der menschlichen Haut (gewöhnliche und dysplastische Naevi, maligne melanozytäre Melanome einschließlich Melanoma in situ) in Form von
- histopathologischen Präparaten
- frisch entnommenen Hautproben (ex vivo)
- (demnächst) Pigmentmalen in vivo
LTB Lasertechnik Berlin GmbH hat ein neues Verfahren zur Früherkennung von schwarzem Hautkrebs (maligne Melanome) entwickelt. Ein Prototyp eines entsprechenden Diagnostikgerätes (LIMES 16-P) ist in den letzten Monaten im klinischen Einsatz erfolgreich getestet worden: An mehr als 100 verdächtigen Gewebeproben wurde mit dem Gerät eine Befundung unmittelbar nach der Biopsie (Gewebeentnahme) durchgeführt. Dabei wurde die Diagnose „unverdächtig“ in allen Fällen von der nachfolgenden histologischen Befundung bestätigt. Mit der Diagnose „verdächtig“ wurden nicht nur alle malignen Melanome erfasst (einschließlich Melanoma in situ), sondern auch dysplastische Naevi (risikobehaftete Pigmentmale) im Stadium der Entartung. Damit ist auch ein Einsatz des Verfahrens als Befundungshilfe in der Histologie bei Hautproben mit beginnender melanozytärer Entartung absehbar. Die örtliche Differenzierung der Befundung hat eine Auflösung von 50 µm.
Nahziel ist die Anwendung des Verfahrens direkt am Patienten.
Wesentlicher Aspekt ist dabei der Wegfall der Probebiopsien, mit positiven Auswirkungen auf die Realisierbarkeit sowohl von Ganzkörper-Screenings bei Patienten mit vielen Pigmentmalen als auch von Vorsorge-Reihenuntersuchungen.
Das neue Verfahren basiert auf der Fluoreszenz des Melanins. Dieses Pigment ist nicht nur für die Hautfarbe verantwortlich, sondern es spielt auch eine zentrale Rolle in der Auslösung bösartiger Gewebeentartungen hin zum malignen Melanom. Die Fluoreszenz des Melanins ist ultraschwach und wird im Gewebe normalerweise von der Fluoreszenz anderer Hautkomponenten vollständig überstrahlt. Das neue LTB-Verfahren hingegen macht erstmals diese Melaninfluoreszenz messbar und diagnostisch auswertbar. Vorausgegangen ist dem eine langjährige Forschungs- und Entwicklungsarbeit unter Mitwirkung von Dermatologen und Histologen. Die jüngsten Ergebnisse wurden auf zwei Weltkongressen 2007 (Hautkrebs/Amsterdam und Dermatologie/Buenos Aires) vorgestellt.
Weitere, über die Früh-Diagnostik des malignen Melanoms hinausgehende Anwendungen des Verfahrens sind absehbar, z.B. bei pharmazeutisch/kosmetischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Hautpigmentierung sowie in der Augenheilkunde.
Für weitere Informationen stehen zur Verfügung:
Dr. Matthias Scholz, Geschäftsführer, unter 030-6392-6190
Dr. Dieter Leupold, Senior Scientist, unter 030-6392-6177