MALDI-TOF

MALDI-TOF: UV-Laserpulse für die Massenspektrometrie

Mit kurzen UV-Laserpulsen lassen sich Moleküle aus einer präparierten Probe in die Gasphase überführen und ionisieren. Ein Flugzeit-Massenspektrometer trennt die entstandenen Ionen nach ihrem Masse-zu-Ladungs-Verhältnis. Die Laserquelle liefert dafür den zeitlich definierten Anregungsimpuls.

Erfahren Sie, wie MALDI-TOF funktioniert, welche Laserparameter die Messung beeinflussen und worauf es bei der Auswahl einer UV-Laserquelle ankommt.

Wie funktioniert MALDI-TOF?

Der Name verbindet zwei Schritte: MALDI steht für Matrix-Assisted Laser Desorption/Ionization – die matrixunterstützte Laserdesorption und -ionisation. TOF bedeutet Time of Flight: Die Flugzeit der Ionen ermöglicht die Bestimmung ihres Masse-zu-Ladungs-Verhältnisses m/z.

Schema des MALDI-TOF-Verfahrens: Ein UV-Laserpuls erzeugt Ionen aus Matrix und Probe. Nach der Beschleunigung erreichen Ionen mit kleinerem Masse-zu-Ladungs-Verhältnis den Detektor früher.

Probe präparieren

Analyt und geeignete Matrix werden auf einen Probenträger aufgebracht. Bei vielen Präparationsverfahren entsteht nach dem Trocknen eine kristalline Mischung.

Ionen erzeugen

Die Matrix absorbiert Energie aus einem kurzen Laserpuls. Material wird desorbiert und ein Teil der Analytmoleküle ionisiert. Geeignete Bedingungen ermöglichen eine vergleichsweise schonende Analyse großer Moleküle.

Flugzeit messen

Ein elektrisches Feld beschleunigt die Ionen. Auf der Flugstrecke im Vakuum werden sie nach m/z getrennt. Der Detektor erfasst das zeitabhängige Ionensignal.

Was wird tatsächlich bestimmt?
Das Gerät misst zunächst Flugzeiten. Eine Kalibrierung ordnet diese dem Masse-zu-Ladungs-Verhältnis zu. MALDI erzeugt häufig einfach geladene Ionen; Addukte und andere Ladungszustände müssen bei der Interpretation berücksichtigt werden.

Welche Rolle spielt der UV-Laser?

Der Laser bringt Energie räumlich und zeitlich definiert in die Probe ein. Bei vielen MALDI-Anwendungen wird UV-Licht eingesetzt, weil geeignete Matrizes in diesem Spektralbereich absorbieren. Die Auswahl der Wellenlänge hängt deshalb auch von Matrix, Analyt und Messverfahren ab.

Rolle des UV-Lasers bei MALDI: Die Matrix absorbiert Laserenergie, Matrix und Analyt gelangen in die Gasphase, und ein Teil der Analytmoleküle wird ionisiert.

Energie gezielt einbringen

Entscheidend ist die Fluenz auf der Probe – also die Pulsenergie pro bestrahlter Fläche. Zusammen mit dem Strahlprofil bestimmt sie, welche Bereiche der Präparation angeregt werden.

Messungen reproduzierbar anregen

Stabile Pulse und eine definierte Triggerung unterstützen vergleichbare Anregungsbedingungen. Die Qualität des Spektrums hängt zusätzlich von Präparation, Ionenoptik, Detektor und Auswertung ab.

Welche Laserparameter sind entscheidend?

Eine passende Laserquelle wird gemeinsam mit Strahlführung, Fokussierung und Messablauf ausgewählt. Die Pulsenergie am Laserausgang allein beschreibt die Anregungsbedingungen auf der Probe noch nicht vollständig.

ParameterBedeutung für MALDI-TOFBei der Auswahl prüfen
WellenlängeBeeinflusst die Energieaufnahme der Matrix.Absorption der eingesetzten Matrizes und Transmission der Optik.
Pulsenergie und FluenzBestimmen die Energieeinbringung pro Puls bzw. Fläche.Energie auf der Probe, Spotgröße, Regelbereich und optische Verluste.
PulsdauerBestimmt den zeitlichen Verlauf der Anregung.Abstimmung mit Desorption, Ionisation und zeitlicher Messsteuerung.
PulsstabilitätUnterstützt reproduzierbare Anregungsbedingungen.Schwankungen über Pulse, Messreihen und Betriebsdauer.
Strahlprofil und SpotgrößeBestimmen die räumliche Verteilung der Fluenz.Homogenität, Fokussierung und Anforderungen an die Ortsauflösung.
PulsfolgefrequenzBeeinflusst die Zahl möglicher Anregungen pro Zeit.Abgleich mit Probenscan, Datenerfassung und Probenverbrauch.
Triggerung und TimingErmöglichen die Synchronisation mit der Messsequenz.Trigger-Schnittstellen, Verzögerung und zeitlicher Jitter.

Was zeigt ein MALDI-TOF-Spektrum?

Das Massenspektrum stellt das Ionensignal über m/z dar. Peakpositionen geben Hinweise auf die detektierten Ionen. Die relativen Intensitäten hängen unter anderem von Ionisationsverhalten, Präparation und Geräteeinstellungen ab; sie entsprechen nicht unmittelbar der Stoffkonzentration.

Schematisches MALDI-TOF-Massenspektrum mit relativer Intensität über dem Masse-zu-Ladungs-Verhältnis m/z. Die dargestellten Peaks sind frei gewählt und keine Messdaten.

Schematisches Massenspektrum mit frei gewählten Peaks; keine Messdaten und keine Stoffzuordnung.

Identifikation braucht Kontext.
Ein Spektrum kann beispielsweise mit Referenzdaten verglichen werden. Die Zuordnung von Molekülen oder Mikroorganismen erfordert eine geeignete Auswertung und passende Referenzen.

Wo wird MALDI-TOF eingesetzt?

Gefaltetes Peptid mit Alpha-Helix

Proteine und Peptide

Massenbestimmung und Charakterisierung von Biomolekülen, beispielsweise anhand charakteristischer Peptidmuster.

Zwei stilisierte Bakterien

Mikroorganismen

Identifikation von Mikroorganismen durch den Vergleich charakteristischer Spektren mit geeigneten Referenzdatenbanken.

Polymerkette mit Seitenzweig

Polymere und Materialien

Untersuchung von Massenverteilungen, Oligomeren und Endgruppen bei geeigneten Proben und Präparationen.

MALDI-Imaging_ Gewebe auf dem Objektträger

MALDI Imaging

Ortsaufgelöste Darstellung von Molekülverteilungen, beispielsweise in Gewebeschnitten. Dafür werden Massenspektren Punkt für Punkt aufgenommen.

UV-Laser von LTB für MALDI-TOF

LTB entwickelt kompakte UV-Pulslaser für analytische Geräte. Für MALDI-TOF stehen Stickstofflaser und diodengepumpte Festkörperlaser zur Verfügung. Die passende Ausführung richtet sich nach der Matrix, den benötigten Anregungsbedingungen und der Geräteintegration.

DPSS-Laser · 336 nm und 355 nm

qMNL-Serie

qMNL 1000 – diodengepumpter UV-Kurzpulslaser von LTB

Aktiv gütegeschaltete, diodengepumpte Festkörperlaser für zeitlich definierte UV-Anregung. Wellenlänge und Ausführung werden auf die Anforderungen des Instruments abgestimmt.

qMNL bei 336 nm ansehen →

qMNL bei 355 nm ansehen →

Stickstofflaser · 337 nm

MNL 100

MNL 100 – Stickstofflaser mit 337 nm Wellenlänge von LTB

Kompakte Stickstofflaser als UV-Pulsquellen für MALDI-TOF-Aufbauten. Eine Option für Instrumente, deren Optik und Messablauf auf die Anregung bei 337 nm ausgelegt sind.

MNL 100 ansehen →

Die passende Laserquelle für Ihr Instrument

Sie entwickeln ein MALDI-TOF-System oder möchten eine vorhandene Laserquelle ersetzen? Besprechen Sie mit uns Wellenlänge, Pulsenergie auf der Probe, Wiederholrate, Triggerung und die mechanischen Schnittstellen.

Häufige Fragen

Ist eine höhere Laserenergie immer besser?

Nein. Zu hohe Fluenz kann unter anderem Fragmentierung und stärkeren Probenabtrag begünstigen. Ziel sind geeignete und reproduzierbare Anregungsbedingungen für das gewünschte Ionensignal.

Können 337 nm, 336 nm und 355 nm direkt gegeneinander ausgetauscht werden?

Ein Austausch erfordert die Prüfung des gesamten Systems: Matrixabsorption, optische Beschichtungen, Strahlprofil, Pulsdauer, Fluenz und Triggerung. Eine ähnliche Wellenlänge allein garantiert keine identischen Messbedingungen.

Welche Angaben helfen bei einer OEM-Anfrage?

Hilfreich sind die gewünschte Wellenlänge, Pulsenergie und Spotgröße auf der Probe, Wiederholrate, Stabilitätsanforderungen sowie Angaben zu Triggerung, Bauraum, Strahlführung und Schnittstellen.

Alle Grafiken sind eigens erstellte, vereinfachte Erläuterungen.